Sachbearbeiter/-in Bauleitplanung und Klimaschutz (m/w/d)
Gemeinde HudeHude Oldenburg
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Syna GmbHFrankfurt Main
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Fachwirt/in - Bau Jobs und Stellenangebote
Manchmal frage ich mich ja, wann das Bauen eigentlich so kompliziert wurde. Früher: Da haben Maurer gemauert, Ingenieure geplant, Bauleiter koordiniert und die Auftraggeber bezahlt – mit Glück halbwegs pünktlich. Heute? Kaum noch ein größeres Bauprojekt, das ohne jemanden klar kommt, der sowohl das kaufmännische als auch das technische Kleingedruckte liest. Das Berufsbild Fachwirt/in - Bau tanzt da genau auf dieser zunehmend feinen Linie zwischen Bau und Büro, zwischen Baustiefel und Bilanzmappe. Und ganz ehrlich: Viele, die aus anderen Bauberufen kommen oder sich nach Jahren als Fachkraft verändern wollen, staunen erst mal, was es hier zu tun gibt – und welche Türspalte das für die Karriere öffnen kann. Vorausgesetzt, man scheut sich nicht vor Zahlen, Menschen und gelegentlichem Dauerstress.
Wer als Fachwirt oder Fachwirtin im Bau einsteigt, bekommt schnell mit: Das ist keine Raketenwissenschaft – aber eben auch kein Spaziergang. Das Tätigkeitsprofil? Ein verwobenes Feld aus Angebotserstellung, Kalkulation, Planung, Arbeitsrecht, Rechnungsprüfung, Materialbeschaffung, Ablagechaos und gelegentlichen Baustellenbegehungen. Man sitzt öfter am PC als die meisten Handwerker, aber versteht trotzdem, warum der Bauleiter gerade keinen Nerv für einen neuen Rahmenvertrag hat. Der Fachwirt im Bauwesen jongliert mit Verordnungen, DIN-Normen, Lieferterminen und einer Herde Fachkollegen, die jeden Tag neue Ideen haben, wie man Abläufe noch ein bisschen ineffizienter gestalten könnte. Und dazwischen: Gespräche – mit Kunden, Behörden, Lieferanten, Kollegen. Viel Koordination, oft Vermittlung, manchmal schlicht Schadensbegrenzung. Wer keine Lust hat, mittendrin zu entscheiden, wie es weitergeht, wird hier nicht glücklich.
Nicht selten landen Menschen in diesem Job, weil sie schon vorher was mit „Bau“ gemacht haben. Das ergibt Sinn: Wer ein Gefühl für Bauprozesse oder Betriebe mitbringt, lernt die Fachwirtssicht leichter. Zwingend notwendig ist meist eine abgeschlossene Ausbildung im Bauhaupt- oder Baunebengewerbe, dann einige Jahre Berufserfahrung – und, klar, ein dickes Fell. Welche persönlichen Eigenschaften helfen? Planungsdrang und Menschenkenntnis, ein nimmermüder Zahlenkompass, Durchsetzungsfähigkeit, eine Prise Humor, Organisationsgeschick und, das darf man nicht unterschätzen, Lust, sich immer wieder neu in Verordnungen, Kalkulationen und IT-Systeme reinzufuchsen. Papierkram gibt’s genug – aber auch handfeste Verantwortung, die oft unterschätzt wird. Ich habe einige Kollegen erlebt, die anfangs den Drahtseilakt zwischen Chef und Kollege, zwischen Zahl und Zeit, nicht unterschätzen – und erst im Ernstfall merken, dass man als Fachwirt oft auf die eigene Entscheidungskraft zurückgeworfen wird.
Jetzt zum Punkt, der viele reizt: Was verdient man eigentlich als Bau-Fachwirt? Tja, das schwankt. Viel. Einstiegsgehälter können je nach Region, Firmengröße und Branche zwischen ordentliche-mittel und überraschend hoch liegen. Wer im Süden oder Westen Deutschlands einsteigt, häufig in größeren Unternehmen, kann schon zu Beginn deutlich über dem Schnitt typischer Facharbeiter verdienen. Aber: In Ostdeutschland, bei kleinen Firmen oder Nischenbaugewerken ist die Luft dünner, selbst mit der Zusatzqualifikation. Was viele unterschätzen: Erfahrung, Verantwortungsbereich und die Größe der Projekte machen sich deutlich im Gehalt bemerkbar. Wer tiefer einsteigt, kann mit ein paar Jahren Praxis und nachgewiesener Verlässlichkeit, je nach Betrieb, in den Bereich 45-60.000 € pro Jahr rutschen – nach oben gibt’s Luft, aber selten ohne Mehrarbeit, Zusatzverantwortung und Kompromisse bei der Work-Life-Balance. Und apropos: Kurzfristige Wechsel in lukrative Positionen sieht man eher selten, es sei denn, jemand hat Vertrieb im Blut oder platzt mit frischen IT-Kompetenzen mitten in die Digitalisierungsoffensive eines Bauunternehmens.
Ich würde ja behaupten, dass sich im Bau seit der Blockhütte irgendwas verändert hat. Aber was wirklich auffällt: Die Digitalisierung mischt das Feld kräftig auf, nicht nur bei Bauträgern oder Planungsbüros. Wer sich als Fachwirt im Bau auf BIM, Planungssoftware oder smarte Schnittstellen für Materialfluss einlässt, ist klar im Vorteil. Da sitzen in Bewerbungsgesprächen längst nicht mehr nur die Chefs mit Krawatte, sondern auch der IT-affine Jungunternehmer, der fest überzeugt ist, in drei Jahren sei alles digital. Pustekuchen, sag ich. Aber der Trend ist da: Wer sich hier fit macht, bekommt schneller Verantwortung – und wird sofort gebraucht. Der berühmte Fachkräftemangel hält auch im Umfeld der Bau-Fachwirte Einzug. Gute Leute sind gefragt, manche Betriebe locken sogar mit Homeoffice-Möglichkeiten, flexibleren Arbeitszeiten, Auszeiten zwischen zwei Bauphasen. Klingt fortschrittlich – klappt aber bekanntlich nicht auf jeder Baustelle.
Bleibt die Frage: Für wen lohnt sich der Sprung zum Bau-Fachwirt wirklich? Für Menschen, die gestalten wollen, aber auch akzeptieren, dass am Bau selten alles nach Plan läuft. Für Quereinsteiger – zum Beispiel Facharbeiter, die mehr Verantwortung wollen oder Menschen, die zwar nicht promovieren, aber ihr Handwerk im Kopf und im Herzen weiterentwickeln möchten. Der Arbeitsmarkt – regional und bundesweit – zeigt meistens: Unternehmen suchen eher flexibel denkende, kommunikative Fachwirte als die reinen Sesselkandidaten. Manchmal ist Einstiegshilfe gefragt: Praktika, Traineestellen, Anlernen auf Probe – alles schon gesehen. Wirklich glücklich werden hier diejenigen, die den Spagat zwischen Büro und Baustelle nicht scheuen und auch im Chaos ruhig bleiben. Am Ende ist das Leben als Fachwirt/in - Bau irgendwie wie das Bauen selbst: Viel Organisation, manches schief und selten nach Lehrbuch – aber wer Herz, Kopf und Kalkulation beherrscht, erwischt nicht selten den besseren Bauplatz für seine eigene Karriere.
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