Elektrotechnikermeisterin oder Elektrotechnikermeister für Energie- und Gebäudetechnik (w/m/d)
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Es gibt Berufe, da ist jeder Tag wie der andere. Helme auf, Kabel prüfen, Klemme zu, Feierabend. Wer das vom Elektrotechnikermeister behauptet, war vermutlich nie mit auf Baustellen, auf Dächern von Produktionshallen oder in Sitzungen mit Bauherren, die „bis gestern“ eröffnet haben wollten. Ehrlich: Der Alltag ist ein Kuriosum aus Planen, Improvisieren, Diskutieren – und zwischendrin mal eben die Verantwortung für fünf Auszubildende und diverse Projekte, die alle unter Zeitdruck stehen. Gerade als Berufseinsteiger oder Umsteiger stehst du oft da und fragst dich, ob du eigentlich fachlich noch tief bohren darfst oder schon das Herzstück zwischen Menschenführung und Papierkrieg bist.
Wer als Elektrotechnikermeister frisch startet – und sei es nach Jahren als Geselle, Quereinsteiger oder mit technischem Hintergrund – erlebt einen Spagat. Da bist du noch halb der „alte Hase“ im Handwerk, manchmal sogar der mit den sichersten Händen im Team. Zugleich wird erwartet, dass du Autorität verteidigst, Aufmaßprotokolle nachhakst, bei der Kalkulation auch mal die Stirn runzelst und am besten gutaussehend übermiltagst – ausstrahlend: Ich hab alles im Griff. Kommt darauf an? Definitiv! Die Mischung macht’s: Wer technische Tiefe hat, ist noch lange kein Menschenleiter. Und: Wer „nur“ coachen will, darf nicht überfordert sein, wenn’s plötzlich nach Messtechnik riecht. Ich habe Kolleginnen erlebt, die trotz bester Fachkenntnis an chaotischen Projektstrukturen verzweifelten. Umgekehrt waren manche „gebürtige“ Führungstalente mit den Tücken eines Schaltschrankumbaus schlicht überfordert. Das Schöne an diesem Beruf? Du kannst wachsen – solange du keine Angst hast, Fehler zuzugeben.
Tja, die Sache mit dem Geld … Jeder in der Branche hat vermutlich diese Diskussion schon geführt – manchmal, so ehrlich muss man sein, mit sich selbst. Der Verdienst als Elektrotechnikermeister ist ungefähr so variabel wie das deutsche Wetter im April. In Ballungszentren, vor allem im industriellen Kontext oder bei großen Handwerksunternehmen, sind Gehälter drin, von denen in ländlichen Regionen nur geträumt wird. 3.500 € brutto zum Einstieg? Möglich – mit guten Argumenten und Schwerpunkt Industrie. Doch in kleinen Betrieben, besonders fernab der städtischen Hotspots, knabberst du mit Glück an der 3.000 €-€-Marke. Das Verrückte: Die Verantwortung bleibt überall gleich groß. In manchen Regionen, sagen wir Sachsen-Anhalt oder Teile von Nordbayern, gibt’s dann noch Unterschiede beim Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Und: Wer sich auf erneuerbare Energien oder Automatisierung spezialisiert, kann sich finanziell und fachlich besser positionieren. Doch gerade am Anfang – das ist die ungeschönte Wahrheit – ist der Lohn selten das, was einen wirklich zufriedenstellt. Es sei denn, du liebst es, dich selbst zu überholen.
Glaubt man den rosigen Schlagzeilen, müssten sich Elektrotechnikermeister/innen vor Bewerbungsgesprächen kaum retten können. In der Praxis? Ja, Nachfrage ist da. Vor allem, wenn du nicht spätestens in der Excel-Tabelle die Orientierung verlierst. Der digitale Wandel, Smart-Home-Trend, E-Mobilität und die These vom „Fachkräftemangel“ sorgen für einen Arbeitsmarkt, der auf dem Papier viele Türen öffnet. Aber: Nicht überall sind die Bedingungen ideal. Manche Regionen leiden weiterhin unter ausgedünnten Strukturen. Dafür blüht das Feld für Spezialisten mit Zusatzqualifikation: KNX, Programmierung von SPS-Steuerungen, Photovoltaik – hier werden den Meistern Angebote gemacht, auf die andere Berufsgruppen neidisch blicken könnten. Mein Eindruck: Wer ein gesundes Maß an Flexibilität, eigene Vorstellungen und die Bereitschaft mitbringt, Neues zu lernen, kann sich die Position oft aussuchen – zumindest gefühlt. (Vorsicht: Wer meint, das sei eine „garantierte Festanstellung mit Work-Life-Luxus“, wird vermutlich recht schnell enttäuscht.)
Kann ein Handwerksberuf heute noch so sein wie vor zwanzig Jahren? Ich bezweifle es. Digitalisierung, Energiewende, Nachhaltigkeitsanspruch – der Elektrotechnikermeister soll jetzt oft als Zukunftsmanager auftreten. Der Aufwand an Dokumentationen hat zugenommen, vieles läuft plural vernetzt – online mit der Verwaltung, offline auf der Baustelle, und zwischendurch das Meeting mit dem Kunden, der alles „ganz smart“ wünscht. Was dabei selten sichtbar wird: Die psychische Belastung. Zeitdruck, wechselnde Teams, hohe Verantwortung. Wie viele Überstunden sind akzeptabel? Wer ein gutes Händchen dafür entwickelt, sich selbst Pausen zu gönnen und auch mal an Kollegen zu delegieren, bleibt länger leistungsfähig. Es ist eben ein Beruf, der fordert – und zwar nicht nur technisch, sondern menschlich.
Kaum ein anderer Beruf schnürt ein so breites Paket an Möglichkeiten wie der des Elektrotechnikermeisters – manchmal fast zu breit. Weiterbildung zur Fachrichtung Industrie, Energie, Gebäudeautomation? Klar, machen viele. Einstieg in den Vertrieb, in die Kundenberatung großer Hersteller? Passiert öfter, als man denkt. Interessant: Wer sich im Bereich erneuerbare Energien oder E-Mobilität weiterbildet, wird schnell zur gesuchten Person. Allerdings: Ganz oben gibt’s nicht endlos viele Plätze, und die Konkurrenz schläft bekanntlich nie. Ich habe erlebt, wie Kollegen sich zu Betriebsleitern, Ausbildern oder gar selbstständigen Unternehmern entwickelten. Doch Achtung: Selbstständig heißt auch, abends nicht unbedingt früher zuhause zu sein. (Vielleicht bin ich da altmodisch, aber wer einen „Nine-to-five-Job“ sucht, sollte sich ehrlich fragen, ob die Verantwortung eines Meisters das Richtige ist.)
Manchmal, nach einem besonders langen Arbeitstag, frage ich mich, ob ich diesen Weg wieder wählen würde. Und ja: Trotz Papierbergen, nervigen Baustellenterminen, und der einen oder anderen Diskussion im Team gibt es wenige Berufe, die so viel gestalten lassen. Wer reingeht, sollte Mut zur Veränderung, Lust auf Technik und einen Schuss Gelassenheit mitbringen. Das fixe Gehalt lockt nicht immer – aber die Möglichkeit, Fachliches und Menschliches zu verbinden, die bleibt. Einen einfachen Alltag gibt es nicht, aber das macht doch gerade den Reiz aus. Oder etwa nicht?
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